IGL-Newsletter Dezember 2021

Liebe Mitglieder, Freund*innen und Förder*innen des Instituts für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V.,

wir hoffen, Sie konnten sich in den letzten beiden Wochen täglich an unseren kleinen Überraschungen im IGL-Adventskalender erfreuen oder nutzen jetzt unser Angebot. Vielleicht waren Sie ja unter den Gewinner*innen für den Theaterabend mit Tino Leo zur Mainzer Republik! Worum es bei der Theatervorstellung ging und welche weiteren Themen das IGL beschäftigen, erfahren Sie hier in unserem Dezember-Newsletter. Trotz coronabedingter Einschränkungen konnten wir 2021 viele Projekte umsetzen, wofür wir sehr dankbar sind.

Ab dem 23. Dezember geht das IGL in die Winterferien. Im neuen Jahr sind wir wieder für Sie ab Montag, den 3. Januar 2022, wie gewohnt erreichbar.

Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit, frohe Festtage und einen guten Start ins Jahr 2022.

Herzlichst,

Ihr Team vom IGL 

 

Theaterstück zur Mainzer Republik

Geschichte mal ganz anders: Auf Initiative des IGL wagte sich der Mainzer Auftragsautor und Schauspieler Tino Leo mit seinem neuen Stück „Die Mainzer Republik – Frei leben oder sterben“ an ein wichtiges Kapitel deutscher Demokratiegeschichte.

Möglich wurde die Erarbeitung dieser ungewöhnlichen Form der Geschichtsvermittlung durch die gemeinsame Unterstützung des Autors durch den Landtag Rheinland-Pfalz, die Stiftung Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz, die Landeszentrale für Politische Bildung Rheinland-Pfalz, den Rotary-Club Mainz 50° Nord und das IGL.

Bei seinem Ein-Personen-Theaterstück schlüpfte er in zehn verschiedene Rollen, u.a. in die Rollen der Jakobiner Georg Forster, Adam Lux und Friedrich Lehne, und nahm das Publikum mit auf eine Zeitreise. Ohne Schwierigkeiten schaltete er in Sekundenschnelle vom altersschwachen, zahnlosen Erzbischof um zum rhoihessisch parlierenden Passanten und hauchte somit jeder Rolle überzeugend und nachvollziehbar Leben ein.

Im Anschluss an das 45-Minuten lange Stück moderierte Dr. Kai-Michael Sprenger, Geschäftsführer des IGL, eine lebhafte Diskussion über die Bedeutung der Mainzer Republik sowie über das Potenzial und die Herangehensweise bei dieser besonderen Art der Geschichtsvermittlung durch Tino Leo.

Die Vorstellungen im Institut Français und im Mainzer Landesmuseum (hier im Bild Tino Leo mit Institut-Direktorin Aline Oswald und Dr. Kai-Michael Sprenger) waren im Nu ausverkauft. Schauen Sie sich hier den von der Landeszentrale für Politische Bildung Rheinland-Pfalz finanzierten Trailer zum Stück an. Im nächsten Jahr folgen weitere Vorstellungen. 

 

Kontroverse um die Mainzer Steinhalle

Wie in den vorangegangenen Newslettern berichtet, ist die  kontrovers diskutierte geplante Umwidmung der Steinhalle im Mainzer Landesmuseum wohl vom Tisch. Der Präsident des rheinland-pfälzischen Landtags plante dort mit seiner Interims-Plenarbestuhlung zukünftig dauerhaft ein so genanntes „Demokratielabor“ einzurichten. Dagegen erhob sich im Juni 2021 heftiger Protest von Historiker*innen und Archäolog*innen, der schließlich in einer Open Petition mündete.

Über 5.900 Unterzeichner*innen aus dem In- und Ausland forderten in lebhaften Beiträgen den Erhalt der Steinhalle als museale Präsentationsfläche des Landesmuseums, die eine der wichtigsten Sammlungen aus der Antike nördlich der Alpen beherbergt. Mit Erfolg: Ende November rückte der Landtag von seinem Vorhaben ab, das alte Plenargestühl dauerhaft in der Steinhalle belassen zu wollen. 

 

Frauen- und Geschlechtergeschichte

Unsere Bundesfreiwillige Ruth Faßbender hat die Aufnahme weiterer Beiträge zur Frauen- und Geschlechtergeschichte in unserem Portal regionalgeschichte.net angestoßen.

Viele neue Biografien sind nun unter dem Schlagwort „Frauen- und Geschlechtergeschichte“ zu finden. Sie wurden entweder von uns recherchiert oder sind aus der Zusammenarbeit mit Partnern wie der Gleichstellungsstelle Grünstadt-Leininger Land, der Stadt Bingen, dem Frauenbüro der Landeshauptstadt Mainz sowie mit Einzelautor*innen wie der Blogautorin Bianca Walther entstanden. 

Neue Biografien gibt es zum Beispiel zu der Klostervorsteherin Texwindis aus Andernach, zur Binger Künstlerin Annelise Reichmann, zur Mainzer Stifterin Freifrau von Eberstein oder zur Grünstädter Malerin und Schriftstellerin Franziska Riotte,

Haben Sie noch weitere Vorschläge? Mit Tipps zu spannenden Frauengeschichten wenden Sie sich bitte an das IGL.

 

Digitaler Atlas der Weinkultur in Rheinland-Pfalz

Wussten Sie, dass über 65% der deutschen Weine aus Rheinland-Pfalz stammen? Oder dass 40% aller rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsbetriebe im Weinbau tätig sind? Weinbau und Weinkultur sind zentrale Bausteine der rheinland-pfälzischen Identität und zählen zu den Motoren der Wirtschaft und des Tourismus unseres Bundeslandes. Antworten auf viele Fragen rund um den Wein finden Sie im Digitalen Atlas der Weinkultur in Rheinland-Pfalz, der derzeit vom IGL unter der Leitung von Simeon Guthier entwickelt wird.

Warum ein Atlas? Die reiche Weinkultur unseres Landes bietet viele Highlights, zu deren Betrachtung der digitale Atlas einlädt. Zu den Kulturdenkmälern zählen beispielsweise das Deutsche Weintor oder die Liebfrauenkirche in Worms (Liebfrauenmilch). Darüber hinaus werden auch Kuriositäten wie der Speyerer Domnapf oder das Dürkheimer Riesenfass näher beleuchtet. Neben der Winzersprache werden auch kuriose Wein- und Flurnamen wie Weinhex und Nacktarsch berücksichtigt. 

Der digitale Weinatlas wird pünktlich zu Weihnachten am 23. Dezember online gehen und kann dann von jedem Computer, Tablet oder Smartphone abgerufen werden. Gleichzeitig werden alle Inhalte auch in der analogen Welt als interaktive Installation erlebbar gemacht. Mit dieser können Klein und Groß im Deutschen Weinbaumuseum in Oppenheim unsere Weinkulturlandschaft ab April 2022 spielerisch erkunden.

 

„Der gescheiterte Friede“

Die IGL-Wanderausstellung „Der gescheiterte Friede. Die Besatzungszeit 1918-1930 im heutigen Rheinland-Pfalz“ wurde am Nikolaustag im Museum Otterberg eröffnet. 

Sie ist dort noch bis zum 23. Dezember zu besichtigen. Museum Otterberg, Hauptstraße 54, Mo, Di, Do und Fr 09-13 Uhr und 14-17 Uhr, Mi 09-13 Uhr, So 15-17 Uhr. Am besten mit Voranmeldung unter 06301/607800 oder tourist-info@otterberg.de.

 

„1700 Jahre jüdisches Leben in Rheinland-Pfalz“

Am bundesweit begangenen Festjahr „321-2021“ beteiligt sich das IGL mit der Wanderausstellung „1700 Jahre jüdisches Leben. Tradition und Identität der Juden in Rheinland-Pfalz“

Wegen des regen Zuspruchs wurde die IGL-Ausstellung in Bingen am Rhein schon zum zweiten Mal verlängert. Der Arbeitskreis Jüdisches Bingen präsentierte in diesem Rahmen erstmals die virtuelle Rekonstruktion der Synagoge aus der Rochusstraße. 

Derzeit ist die IGL-Ausstellung noch bis zum 19. Dezember in der ehemaligen Synagoge in Niederzissen zu sehen. Zur Synagoge gehört auch  ein sehenswertes Museum mit seltenen Exponaten aus der Geniza (Sammlung nicht mehr benötigter Schriften und liturgischer Gegenstände), die 2010 eher zufällig auf dem Dachboden der ehemaligen Synagoge entdeckt wurden. 

Das Festjahr zu 1700 Jahre jüdischem Leben in Deutschland wurde coronabedingt auf Bundesebene bis zum 31. Juli 2022 verlängert, so dass die Ausstellung im kommenden Jahr noch an verschiedenen Orten in Rheinland-Pfalz zu sehen sein wird.     

 

IGL bei Twitter auf Erfolgskurs

Genau vor einem Jahr haben wir mit dem Start unseres Twitter-Accounts unser Social Media-Angebot erfolgreich ausgebaut.

Wie auf dem Screenshot zu sehen ist, zählen wir inzwischen stolze 500 Follower*innen! Folgen auch Sie uns auf Twitter hier