Projekt-Kategorie: Bündnis-Veranstaltung
Am Freitag, 20. Februar 2026, fand um 17:30 Uhr im großen Saal (Raum 101) des Weiterbildungszentrums Ingelheim eine Veranstaltung des Bündnisses „Demokratie gewinnt!“ Rheinland-Pfalz statt. Ein Publikum bestehend aus rund 50 Interessenten mit unterschiedlichem Hintergrund nutzte die Gelegenheit zum fachlichen Austausch über aktuelle Herausforderungen für die Demokratie.
Ausgangspunkt des Abends war das sogenannte „Geheimtreffen“ in der Potsdamer Villa Adlon Ende 2023, das bundesweit für Schlagzeilen sorgte und Demonstrationen für Demokratie in ganz Deutschland auslöste. Dieses Ereignis nahm Dr. Florian Pfeil, Leiter der Fridtjof-Nansen-Akademie für politische Bildung und Geschäftsführer des Weiterbildungszentrums Ingelheim, zum Anlass, die Vernetzungen rechtsextremer Akteure näher zu beleuchten. In seinem Vortrag analysierte er insbesondere die Strategien der sogenannten „Neuen Rechten“. Er zeigte auf, wie diese Strömung versucht, über metapolitische Ansätze, Sprachverschiebungen und gezielte Einflussnahme auf gesellschaftliche Debatten demokratische Institutionen und Werte schrittweise zu unterwandern. Dabei wurde deutlich, dass rechtsextreme Akteure zunehmend professionell agieren und sich strategisch vernetzen. Zugleich blieb es nicht bei der Problembeschreibung: Dr. Pfeil stellte konkrete Maßnahmen zur Demokratieförderung auf kommunaler Ebene vor. Er betonte die Bedeutung starker lokaler Bündnisse, transparenter politischer Kommunikation, politischer Bildungsangebote sowie einer klaren Haltung von Verwaltung und Zivilgesellschaft gegen menschenfeindliche Ideologien.
Im anschließenden Podiumsgespräch brachten weitere Expert:innen ihre Perspektiven ein: Dr. Cornelia Dold, Leiterin des Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz, berichtete aus der Erinnerungs- und Bildungsarbeit und hob hervor, wie bedeutend eine langfristige Förderung von Bildungsträgern für eine gelungene Bildungsarbeit ist, auch seitens der Kommunen. Dieter Engelhard, Vorsitzender von In-RAGE – Ingelheimer Bündnis gegen Rassismus und Gewalt e.V., schilderte konkrete zivilgesellschaftliche Initiativen vor Ort und warb für eine breite gesellschaftliche Beteiligung. Roland Schäfer, Vorsitzender von Rheinhessen gegen Rechts e.V., machte deutlich, wie entscheidend regionale Vernetzung und kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit im Einsatz gegen Rechtsextremismus sind.
Der Abend zeigte, dass viele Kommunen und Organisationen vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Gleichzeitig machte der Abend deutlich, wie groß das Engagement für Demokratie und Menschenrechte in der Region ist. Es wurde daran appelliert, weiterhin als starke Zivilgesellschaft für die Demokratie einzutreten, denn dann gilt nach wie vor: „Wir sind mehr!“. Die Veranstaltung setzte ein starkes Zeichen für eine wehrhafte Demokratie. Sie machte Mut, Verantwortung auf lokaler Ebene zu übernehmen und sich aktiv für eine offene, vielfältige Gesellschaft einzusetzen.
Die Veranstaltung wurde von der Geschäftsstelle des Bündnisses „Demokratie gewinnt!“ Rheinland-Pfalz ausgerichtet und fand in Kooperation mit der Fridtjof-Nansen-Akademie für politische Bildung, Rheinhessen gegen Rechts e.V., In-RAGE e.V. und dem Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz statt.

Fotos: Geschäftsstelle Bündnis „Demokratie gewinnt!“





